„Was muss (s)ich ab morgen in den Nachrichten ändern?“

Die Suche nach neuen Nachrichtenformen fürs Radio geht weiter.
Die bisherigen Ergebnisse: 10 Kernsätze.

Was so erfolgreich begann, braucht eine Fortsetzung. Das war nach der Zukunftswerkstatt Radionachrichten im Mai schnell klar. Gut zwei Dutzend Nachrichtenmacher aus ganz Deutschland hatten sich damals in Magdeburg getroffen, hatten über die Zukunft der Radionachrichten nachgedacht und eigene Beispielsendungen produziert. Mit großem Enthusiasmus.

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Jetzt – im Januar – geht das Experiment weiter. Mit einem Seminar zum Thema: „Neue Nachrichtenformen“ an der ARD.ZDF.medienakademie. Das Ziel: Noch mehr ausprobieren, testen, experimentieren. Und den Spirit von Magdeburg spüren. Denn für viele war am Ende klar: Irgendwas „muss (s)ich ändern in den Radionachrichten“. Aber was?

Hier die 10 Kernsätze als Ergebnis des Seminars:   „„Was muss (s)ich ab morgen in den Nachrichten ändern?““ weiterlesen

#newsneu: Experimentieren erwünscht.

Die Folgen der „Zukunftswerkstatt Radionachrichten“:
Neue Nachrichten bei DASDING. Mit Hindernissen. Leider.

Bastian Kruse macht Nachrichten bei DASDING, der Jugendwelle des SWR. Und nicht erst seit er bei der „Zukunftswerkstatt Radionachrichten“ in Magdeburg war, will er „die Nachrichten vom Sockel holen“. So nennt er das, und meint damit: Nachrichten, die „näher am Programm sind. Ich will den Bruch vermeiden zwischen Moderation und dem was nach dem Nachrichten-Jingle kommt. Ich will die Nachrichten von ihrer Künstlichkeit befreien.“

Bastian Kruse Über Bastian Kruse: Ist in Schleswig-Holstein radiosozialisiert worden. Ging nach Studium und Volontariat in den sonnigen Süden und arbeitet jetzt beim SWR. Mag Flammkuchen. Ist ein Nachrichten-Junkie – und deswegen auch als @unwort bei Twitter

Ideen dazu hatte er schon vor Magdeburg. „Aber die Lust und Energie, sie auch wirklich auszuprobieren, hab ich mir da geholt,“ sagt er. Die Folge: Nach der Zukunftswerkstatt hat Bastian Kruse in seiner Redaktion eine Experimentierrunde gestartet. Mit Demos. Testlauf. Und am Ende einer „neuen“ Sendung.  „#newsneu: Experimentieren erwünscht.“ weiterlesen

Wie umgehen mit Suizid-Meldungen im Radio?

Kann dieser kurze Satz am Ende einer (Radio)Meldung Leben retten? Vielleicht.

Es ist gar nicht so selten und trotzdem immer wieder dasselbe: Ein Mensch nimmt sich das Leben. Einer, den man kennt. Der prominent ist. Und obwohl in vielen Redaktionen gilt: „Suizide melden wir nicht“. Wird es in diesem Fall dann eben doch gemacht. Ist halt Robin Williams, ein Schauspieler mit Weltruf. Ist halt Gunther Sachs, ein deutscher Promi, den jeder kennt. Ist halt ein Schiedsrichter, dessen Suizidversuch ein Bundesliga-Spiel gekippt hat. „Das muss ins Programm“.

Problem dabei: Berichte über Suizide, können weitere Suizide auslösen. Erst recht, wenn sie unachtsam formuliert sind.

Wichtig deshalb: Die richtigen Worte finden. Fundierte Empfehlungen dafür gibt es en masse. Und ausnahmslos alle Empfehlungen raten dazu, den Suizid nicht als zwingende Folge einer Krankheit oder quasi notwendigen Schritt in einer bestimmten Lebenssituation darzustellen, sondern auf Hilfe, Heilung, Behandlungsmöglichkeiten hinzuweisen.

Doch wie soll das gehen in der Kürze einer Radiomeldung? „Wie umgehen mit Suizid-Meldungen im Radio?“ weiterlesen

So wirken Audio-Slide-Shows

Jedes Mal ein bisschen besser. Hoffentlich.
Oder: Meine zehn Lieblings“tricks“

Für die, die’s noch nicht wissen vorneweg: Ich liebe Audio-Slide-Shows. Und ja: Das ist was mit Bildern und doch irgendwie Radio. Denn Audio-Slide-Shows machen Lust aufs Zuhören und sind so gesehen (!:)) „Radio für die Augen„.

In meinem neuesten Stück geht’s um einen Wissenschaftler, der (nicht nur) in Bhutan, die Wanderwege wilder Tiere untersucht:

Und selten hat mir eine Audio-Slide-Show so viel Spaß gemacht. Selten hab ich bei einer Audio-Slide-Show so viel gelernt. Denn nicht nur das Thema war mir neu. Mir ist dabei auch (vollends) klar geworden, worauf ich selbst bei Audio-Slide-Shows Wert lege. Was mir persönlich gefällt. Und was ich für wirkungsvoll halte. „So wirken Audio-Slide-Shows“ weiterlesen

Hör mal! Das ist Radio! (Teil 4)

Wenn Radio begeistert.
Weitere Lieblingsstücke zum Lauschen, Lernen, Lust machen

Radio machen ist toll. Radio hören auch. Nicht immer, aber immer wieder. Dann, wenn einem Stücke ins Ohr fallen, die begeistern durch ihre Machart, ihre Intensität, ihre Wirkung.

Wattestäbchen
„Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ – Markus 4.9

Deshalb hier Teil 4 der Hörtipps für Anfänger, alte Hasen, Radiofreaks.

Dieses Mal ausgewählt und kommentiert von Simon Hurtz, Thomas Reintjes, Dennis KlammerSandra Müller und Jonathan Hadem.

1 Tarred and Fathered. Teil 2: Help Wanted. Ein junger Mann erzählt über seine Pädophilie. Von Like Malone (This American Life, 2014)

2 „Mach’s gut, Habib!“ – Eine ganz persönliche Geschichte von der Liebe im Krieg. Von Stefanie Doetzer (DRadioWissen, 2014)

3 „Requiem auf das Antiquariat.“ Von Florian Felix Weyh. (SWR, 2011)

4 Zeitzeichen zum Todestag von Madame Pompadour. Von Hans Conrad Zander (WDR, 2014)

5 Melancholie – Anatomie einer produktiven Stimmung. Von Michael Reitz (DLF, 2013)
„Hör mal! Das ist Radio! (Teil 4)“ weiterlesen

Gehört? Ja. Verstanden? Nein!

Wie viel bleibt hängen von Radionachrichten?
Was Forscher fragen. Was Hörer sagen.
Und wie überraschend (manche) Radiomacher reagieren.

Wie oft eigentlich noch müssen wir reden über Verständlichkeit? Schließlich ist es  doch altbekannt: Radio muss verständlich sein. Wir müssen schreiben, texten, sprechen fürs Hören. Aber tun wir’s? Und noch viel wichtiger: Was heißt das überhaupt? Verständlich sein im Radio?

Die Sprechwissenschaftler Ines Bose, Heiner Apel und Anne Schwenke erforschen genau das. Gemeinsam mit Dietz Schwiesau, dem Wortchef von MDR Sachsen-Anhalt. Und ganz praktisch.

Einen Teil ihrer Antworten haben Sie bei der Zukunftswerkstatt Radionachrichten vorgestellt.  „Gehört? Ja. Verstanden? Nein!“ weiterlesen

Zukunftswerkstatt Radionachrichten: Hauptsache nicht langweilig.

Wo die Zukunft im privaten Radio schon begonnen hat.
Anregungen und Beispiele von Norbert Linke

Nix Neues im Radio? Die Nachrichten wie eh und je? Als Meldungen, mit Leadsätzen und emotionsfrei, strenger Nachrichtensprache?

Bei der Zukunftswerkstatt Radionachrichten in Magdeburg haben RadiomacherInnen versucht, das zu ändern.

Auf Einladung des MDR Sachsen-Anhalt, der ARD.ZDFmedienakademie und der Akademie für politische Bildung Tutzing, haben private und öffentlich-rechtliche Hörfunker ausprobiert, wie Radionachrichten auch klingen könnten.

Schon vor den Workshops gab es dazu Anregungen. Die zeigen:
Die Zukunft hat in Teilen schon begonnen.
Beispiele von Norbert Linke:

„Zukunftswerkstatt Radionachrichten: Hauptsache nicht langweilig.“ weiterlesen

Zukunftswerkstatt Radionachrichten: „Macht, was ihr wollt.“

Ergebnisse eines Experiments.
Und am Ende ein dringender Wunsch.

27 Macher, 3 Nachrichtensendungen, keine Regeln. Und: „Macht, was ihr wollt. Einfach eine Nachrichtensendung anders als sonst.“ Seminarchef Dietz Schwiesau schickt die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt mit einem Lächeln an die Arbeit. Die lächeln zurück. Und freuen sich. Zunächst. Denn Ideen und Anregungen hatten sie am Tag zuvor schon viele bekommen. Der MDR Sachsen-Anhalt, die ARD.ZDFmedienakademie und die Akademie für politische Bildung Tutzing hatten zur Einstimmung viele Referenten geladen. Doch dann die Ernüchterung:

Sich von althergebrachten Regeln lösen, ist gar nicht so einfach. Zu prägend ist die Routine, zu stark der Alltag, der allen in den Köpfen steckt. Enttäuschung macht sich breit: „Wir wollten doch was ganz anderes! Warum haben wir das jetzt nicht gemacht?“ Und doch entstehen unter Laborbedingungen am Ende drei Sendungen, mit vielen ungewöhnlichen, neuen Elementen, die Lust auf mehr machen.


„Zukunftswerkstatt Radionachrichten: „Macht, was ihr wollt.““ weiterlesen

15 Thesen zur Zukunft der Radionachrichten

Auftakt der Zukunftswerkstatt Radionachrichten
23. – 25. Mai 2014 in Magdeburg

Nachrichten im Radio – das ist eine 90-jährige Erfolgsgeschichte. Der Rundfunk der Weimarer Republik sendete drei Nachrichtensendungen am Tag. Heute gibt es täglich Hunderte Nachrichtensendungen im Radio – mit vielen Millionen Hörern. Aber: Die Konkurrenz wächst. Inzwischen gibt es ein unüberschaubares Nachrichtenangebot, vor allem im Internet. Ihre Rolle als unumstrittener Erstinformant haben die Radionachrichten längst verloren. Heute schreiben bereits Computer Nachrichten – und lesen sie auch vor. Es ist also Zeit, darüber nachzudenken: Wie könnten die Radionachrichten der Zukunft aussehen?

15 Thesen von Dietz Schwiesau:
„15 Thesen zur Zukunft der Radionachrichten“ weiterlesen

Zukunftswerkstatt Radionachrichten: Möge die Diskussion beginnen.

Zukunftswerkstatt-1

Ab Freitag diskutieren private und öffentlich-rechtliche RadiomacherInnen in Magdeburg über die Zukunft der Radionachrichten. Was könnte, sollte, müsste anders werden? Ich werde die Diskussion und das, was die Macher vor Ort testen und ausprobieren, in diesem Blog und auf Twitter begleiten (#newsneu).

Als Anregung hier schon mal die aktuelle Zusammenfassung der bisherigen Ideenrunde im Netz: „Zukunftswerkstatt Radionachrichten: Möge die Diskussion beginnen.“ weiterlesen

Darf, soll, muss Radio das?

Eine Sendung wie ein Paukenschlag und der Versuch eines Urteils.

Na prima. Dieser Samstag ist dahin. Und eine Radiosendung ist schuld: Das DLF-Wochenendjournal „Knigge für Migranten“.

Denn was wie das übliche Samstagsvormittagsritual begann – ich höre nach dem Frühstück eine Sendung, irgendeine, meist als Podcast, und starte so entspannt ins Wochenende – endete heute mit (und ich übertreibe nicht) schlimmer Zerrissenheit. Denn kaum habe ich die Stöpsel im Ohr, wird mir klar: Das ist die irritierendste, faszinierendste, verstörendste, überraschendste Radiosendung, die ich je gehört habe. Aber warum?

Hier, der Versuch einer Antwort.

Und – kleines Vorab-PS – die Bitte um Diskussion. Ich wüsste wirklich gerne, was andere RadiomacherInnen darüber denken. Kommentare, Blogparade aber auch Statements/Mails, um sie hier im Artikel zu posten, erwünscht.

„Darf, soll, muss Radio das?“ weiterlesen

Hör mal! Das ist Radio! (Teil 3)

Wenn Radio begeistert.
Weitere Lieblingsstücke zum Lauschen, Lernen, Lust machen

Radio machen ist toll. Radio hören auch. Nicht immer, aber immer wieder. Dann, wenn einem Stücke ins Ohr fallen, die begeistern durch ihre Machart, ihre Intensität, ihre Wirkung.

Earcatcher Postkarte einzeln (1)

Deshalb hier Teil 3 der Hörtipps für Anfänger, alte Hasen, Radiofreaks.

Dieses Mal ausgewählt und kommentiert von Udo Stiehl, Harry Röhrle, Patrick Fina, Tom Leonhardt und Sandra Müller.

  1. „Stichtag“ zum Amoklauf von San Diego. Von Frank Kühn (2014, WDR)
  2. Schule, chillen, Schlagzeug spielen – Kinder in Deutschland erzählen. Von Wiebke Köplin, Massimo Maio und Margot Overath (2013, DRadio Kultur)
  3. Heute ist Mittwoch der 10. Dezember. Von Eran Schaerf (2009, BR)
  4. Kids – Berlin-Kreuzberg, 7 Mädchen, 365 Tage. Radio-Doku-Soap von Katrin Moll (2014 SWR, DRadio Kultur)
  5. Gentechnik mit Bastelanleitung – Wenn Biohacker in Garagen mit Erbgut spielen. Von Jenny von Sperber und Klaus Uhrig (2014 BR)
    „Hör mal! Das ist Radio! (Teil 3)“ weiterlesen

„Radio machen“ ist umgezogen

Deshalb: Bitte E-Mail-Abo neu bestellen und Links ändern.

Bislang war mein Blog ein WordPress-Blog. Gehostet direkt bei wordpress.com. Und wer radio-machen.de aufrief, wurde dorthin umgeleitet.

Genau so war’s anfangs am einfachsten für mich. Doch jetzt will ich mehr. Und deshalb bin ich mit „Radio machen“ umgezogen zu einem deutschen Hoster und in meine eigene Datenbank.

Dennoch ist alles wie immer. Fast.

Denn zwei Dinge konnte ich nicht:  „„Radio machen“ ist umgezogen“ weiterlesen

Radio für die Augen IV

Audios als bewegte Schrift (und mehr)
So werden O-Töne im Netz sichtbar

Manchmal packt es mich. Dann muss ich das, was ich anderswo gesehen habe, selber ausprobieren. Zum Beispiel: Schriftanimationen. Die faszinieren mich schon lange. Denn oft wirkt Gesagtes noch intensiver, wenn es zusätzlich als Schrift erscheint.

Auf youtube gibt es längst eine eigene kleine Szene, die zum Beispiel Filmdialoge verschriftbidlicht, oft auch Gedichte, selten O-Töne. Aber warum eigentlich? Und hätten nicht gerade Radiomacher immer wieder ungewöhnliche O-Töne, die man auf die Art für  Netz pimpen könnte? Doch! Finde ich.

Also habe ich es nun endlich einfach ausprobiert. Mit einem Mini-O-Ton aus einem Interview mit dem Schauspieler Uwe Friedrichs.

Erstes Fazit:

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