Mein erstes Mal…. (Teil 7 )

RadiomacherInnen und Ihre Anfänge – eine Mutmachserie.
Heute mit
Finale Fußball EM 1992 in Neuburg/Donau (Radio ND1, 29.6.1992 [Finale war am 26.6.1992]) von

Uli Höhmann (vor weiß) 9Ulrich Höhmann: Erste Geh-, Schreib-, Sprech- und Schnittversuche bei Radio ND1 als Schüler mit 18 Jahren. Danach Studium der Rhetorik in Tübingen, Uniradio, SWR und Volontariat beim hr. Heute Autor von Glossen, Satiren und Comedies für hr, WDR und DLR und vor allem Moderator bei hr iNFO.

Wie ist das Stück entstanden?
Obwohl ich damals ein bekennender Fußball-Hasser war, bin ich von der Redaktion in die Markthalle am Neuburger Schrannenplatz geschickt worden, wo sich auf der Galerie eine Handvoll Heranwachsender vor einem kleinen Röhrenfernseher knubbelte und sich das Endspiel Deutschland-Dänemark ansah. Public Viewing also als es noch keiner so genannt hat. Und ein paar Volldeppen haben dann auch noch standesgemäß gegröhlt, zum Glück, sonst wär’s ganzbitter geworden.

Was würde ich heute anders machen? „Mein erstes Mal…. (Teil 7 )“ weiterlesen

Mein erstes mal… (Teil 6)

RadiomacherInnen und Ihre Anfänge – eine Mutmachserie.
Heute mit
Ersten Nachrichten (Campusradio Hertz 87.9, Februar 2004) von

Felix Gebhardt PortraitFelix Gebhardt: Felix Gebhardt ist ein 87er und ossimilierter Bielefelder mit Jura-Bachelor und Hörfunk-Master. Seit einigen Jahren schreibt und spricht er Nachrichten im MDR. Er ist manchmal sehr perfektionistisch und probiert gerne Neues aus.

Das mit den Nachrichten hat tatsächlich schon mit 16 angefangen: Hochschulmeldungen für Bielefeld. Im Schülerpraktikum konnte ich endlich richtiges Radio machen. Das Campusradio Hertz 87.9 war also mein erster Anschub und das hat mir hörbar auch etwas den Atem geraubt. „Mein erstes mal… (Teil 6)“ weiterlesen

Mein erstes Mal… (Teil 5)

RadiomacherInnen und Ihre Anfänge – eine Mutmachserie.
Heute mit
„Das neue Leben der Thailänderin Amonwan“ (SWR4 BW Radio Tübingen, 2011) von

Portrait Rebekka de BuhrRebekka de Buhr: Paddelt und treibt gerne im Freischwimmerbecken des großen Medien-Pools. Trifft dabei ständig auf Geschichten, die erzählt werden wollen. Das macht sie im Film, im Netz, im Fernsehen und im Radio. Für EinsPlus, DASDING und SWR4 Baden-Württemberg zum Beispiel.

Entstanden ist mein Erstling während meiner ersten (und gleichzeitig letzten) Hospitanz beim Radio – nämlich bei SWR4 Radio Tübingen. Es war ein schöner Sommer 2011, wo ich euch alle kennenlernen durfte. Die Geschichte wurde mir als „nette Geschichte“ redaktionell in die Hand gedrückt und ich bin damit nach Freudenstadt gefahren.   „Mein erstes Mal… (Teil 5)“ weiterlesen

Mein erstes Mal… (Teil 4)

RadiomacherInnen und Ihre Anfänge – eine Mutmachserie.
Heute mit
„Internet auf dem Campus“ (SWR, 1999) von

ReintjesThomas Reintjes: Macht Radio mit Schwerpunkt Wissenschaft und Technik. Er lebt und arbeitet als Freelancer in New York und hat immer noch keine vernünftige Website. Auf http://audio.ventures verbloggt er manchmal Hörtipps und Interviews mit Audiomenschen.

Wie ist das Stück entstanden?

Damals – in diesem Fall im Wintersemester 1998/99 – gab es an der Uni Heidelberg die Arbeitsgemeinschaft Funk. Zusammen mit dem SWR-Studio in Mannheim produzierte dort jedes Semester eine Gruppe Studenten eine Stunde Radio. Jeder von uns hat damals zum ersten Mal ein Aufnahmegerät benutzt, ein Radiomanuskript geschrieben und in ein Mikro gesprochen. „Mein erstes Mal… (Teil 4)“ weiterlesen

Mein erstes Mal… (Teil 3)

RadiomacherInnen und Ihre Anfänge – eine Mutmachserie.
Heute mit
Grün in Lebensmitteln“ (Uniwelle Tübingen, 17.8.2001) von

Porträt-KT-kleinKatharina Thoms hat sich in sieben Jahren Uniradio immer weiter ins Radio verliebt: Ins Aufnehmen, Kleinschneiden und Zusammenbauen. In SWR-Volontariat und als freie Journalistin kam die Liebe zum Bild dazu. Macht heute von allem was: Radio, Online, Filme und TV. Mehr dazu auf www.wort.fm. Auf Twitter als @mediathoms.

Angefangen hat die Liebe zum Radio schon zu Schulzeiten. Außer Höreranrufe bei Fritz (vom rbb) in Potsdam war aber damals noch nüscht.
Richtig los ging’s erst bei der Uniwelle Tübingen. Fast mein komplettes Studium lang habe ich dort nebenbei gearbeitet: moderiert und Beiträge produziert.

Mein allerallererster Radiobeitrag entstand 2001. Das Ergebnis des Einführungskurses bei der Uniwelle. Vorgabe: Macht was zum Thema „Grün“.
Ich hab mich (klar!) für Lebensmittel entschieden. Also für die Farbe Grün in Lebensmitteln…

Wie ich das Thema dann angegangen bin? Keine Ahnung, verdrängt vermutlich. Ich weiß nur: Ich war nicht begeistert…

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Mein erstes Mal… (Teil 2)

RadiomacherInnen und ihre Anfänge – eine Mutmachserie.
Heute mit
„Rundgang im Zoo“ (Journalistenakademie der Konrad-Adenauerstiftung, 2006) von

Simon KremerSimon Kremer. Nach dem Seminar sagte eine Trainerin zu Simon: „Mit Deiner Stimme bleibst Du besser bei der Zeitung.“ Irgendwann kam doch das Volo beim NDR und seit drei Jahren macht er jetzt täglich Radio. Entweder live mit dem Ü-Wagen oder als Reporter für den NDR-Recherchepool in Kiel.

Entstanden ist mein Erstling im Herbst 2006 bei einem Hörfunkseminar der Journalistenakademie (KAS) in Dresden. Ich hatte bis dahin noch nie ein Mikro in der Hand (was man an der Auspegelung merkt) und hab einfach losgelegt.
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Mein erstes Mal….

…schlimm, aber schön!
RadiomacherInnen und ihre Anfänge – eine Mutmachserie.

„Mit der Stimme wird das nie was.“
„Fürs Radio hast Du kein Talent.“
„Mit der Spreche bleiben Sie besser bei der Zeitung.“

Mit solchen Sätzen enden viele Radiokarrieren ehe sie begonnen haben. Leider. Denn in Wahrheit kann (und muss) man alles, was nötig ist, um gutes Radio zu machen, einfach lernen: Besser sprechen. Besser texten. Besser schneiden. Eben: Bessere Beiträge machen.

Und deshalb heißt mein Credo: Lust auf Radio? Dann machen. Und lernen, es gut zu machen.

Denn wahr ist: Fast alle Radioprofis haben schlimme Anfänge hinter sich. Erstlinge, die sie in dunklen Schubladen und noch dunkleren Kartons vergraben. So schrecklich sind sie.

Und doch so schön. Denn in den meisten Fällen merkt man erst durchs Anhören der alten Stücke: Wow! Ich hab ja was gelernt. Aus meinen Fehlern.

Und weil es noch schöner ist, aus den Fehlern anderer zu lernen (und klar: auch, sich drüber zu amüsieren),  startet hiermit

der Sommer der schönschlimmen Anfänge.

Ein Sommer, für den einige KollegInnen ihre dunklen Schubladen und noch dunkleren Kartons geleert haben. Auch ich:

dasersteMal Sandra Band2
Was’n Fund!!! Meine ersten drei Radiobeiträge. „Original verpackt.“

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Eine Webdoku zum Hören?

Fragen zu „Jeder Sechste ein Flüchtling“. Und Antworten.

Seit Katharina Thoms und ich die Webdoku „Jeder Sechste ein Flüchtling“ machen, werden wir viel gefragt: Warum macht Ihr das? Wie macht Ihr das? Und seid Ihr nicht eigentlich Radiomacherinnen?

Antwort: Ja. Sind wir. Aber eben nicht nur.

Beide waren wir schon lange begeistert vom „Scrollytelling“ – dieser Erzählform im Internet also, die Filme, Bilder, Texte und Töne verbindet und durch die der Nutzer selbstbestimmt durchscrollen kann. Nur fehlte uns oft der Sound.

Wir wollten es deshalb radiophon angehen, wollten mehr Audio und Sound ins Spiel bringen. Und wir sind glücklich, dass man das offenbar merkt.

fb eggersJedenfalls hat Stefan Westphal eine Lobhudelei bei radioszene.de verfasst, die uns freudige Schamesröte beschert hat. Und auch er hat viele Fragen gestellt. Fragen, die wir ausnahmsweise schriftlich beantwortet haben. Voilá.
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Euer Klick zu meinem Glück.
Zum Grimme Online Award.

Ihr könnt konntet den Publikumspreis vergeben.

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

muss heute leider unterbrechen für eine wichtige Werbedurchsage:

Denn was ich als Radiomacherin nie zu hoffen gewagt habe, ist passiert:
Ich bin mit Katharina Thoms nominiert für den Grimme Online Award 2015. Und zwar für unsere Webdoku „Jeder Sechste ein Flüchtling.“


Die Nominierungskommission des Grimme-Instituts zählt unsere Doku 2015 also zu den 25 besten Angeboten im deutschen Online-Journalismus.

Ob wir den Preis wirklich bekommen, entscheidet eine Fachjury. Und Ihr! Denn Ihr könnt konntet für Eure Favoriten abstimmen. HIER.
Abstimmung beendet am 11. Juni.  Danke allen, die mitgestimmt haben!

Also: Schaut mal rein und entscheidet, ob Ihr unsere Doku preiswürdig findet.

Dieses charmante Lächeln im Doppelpack wäre Euch gewiss gewesen:

„Euer Klick zu meinem Glück.
Zum Grimme Online Award.“
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Keine guten Nachrichten nach Tröglitz?

Vom Sog des Unguten. Aber wie ginge es anders?

Eins vorne weg: Ich arbeite nicht als Nachrichtenredakteurin. Die News sind also nicht (mehr) mein tägliches Geschäft. Und doch – oder vielleicht gerade deswegen – irritiert es mich manchmal, wie (nicht nur) wir Radioleute Nachrichten „machen“. Jetzt zum Beispiel. Nach Tröglitz und dem Brandanschlag auf eine noch leerstehende Flüchtlingsunterkunft. Denn ich finde, wir spielen das Spiel der Brandstifter mit. Schuld ist unsere althergebrachte „Nachrichtendenke“.
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Geschützt: Workshop „Audio-Slide-Show“ – Hörfunkschule Frankfurt – Infos/Material

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Hör mal! Das ist Radio! (Teil 5)

Wenn Radio begeistert.
Weitere Lieblingsstücke zum Lauschen, Lernen, Lust machen

Radio machen ist toll. Radio hören auch. Nicht immer, aber immer wieder. Dann, wenn einem Stücke ins Ohr fallen, die begeistern durch ihre Machart, ihre Intensität, ihre Wirkung.

Wattestäbchen
„Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ – Markus 4.9

Deshalb hier Teil 5 der Hörtipps für Anfänger, alte Hasen, Radiofreaks.

Dieses Mal ausgewählt und kommentiert von Tobias Gasser, Rebekka de Buhr, Patrick Fina, Tom Leonhardt und Sandra Müller.

1 Kollegengespräch zum NSU-Prozess am 16.7.2014. Von Holger Schmidt und Volker Wieprecht (rbb radio eins, 2014).

2 „How not to Pitch a Billionaire“. Von Alex Blumberg (StartUp, 2014).

3 Zeitzeichen: 9. November 1989 – Die DDR öffnet ihre Grenzen. Von Jörg Marksteiner (WDR, 2014).

Zeitzeichen vom 12.10.2014 – Zum Tod von König Artus. Von Sven Preger (WDR, 2014).

5 The Pirate Negotiator. Von Joe Rosenberg (Snap Judgment, 2014).
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Das können nur Radiomacher: Hinhörgucker!

Selten war Zuhören im Netz schöner:
NPR’s neues Projekt „A photo I love“.

Da kommt man müde vom Frühdienst heim, klickt noch ein wenig rum und dann das: Ein absoluter Hinhörgucker von NPR, der mich von den Socken haut. Denn „A photo I love“ zeigt einmal mehr, wie Internet aussehen könnte, das Hörfunker machen: Ein Internet, das an den Ohren packt. Und dabei genial einfach.

"A Photo I Love" - Screenshot
Ein eindrückliches Foto. Ein gekonnt minimalistisch produziertes Audio.
Und eine ergreifende Geschichte. Man will nur eins: Zuhören.

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Ist es normal, nur weil alle es tun?

Manches, was wir Radiomacher machen, halte ich für frag- und diskussionswürdig.

Es gibt die Dinge, über die rede ich als Radiomacherin nicht gerne. Dennoch tue ich es. Seit Jahren. Ich rede über das, was hinter den Kulissen passiert. Darüber, wie wir ganz praktisch Radio machen, manchmal mit Methoden, die ich fragwürdig finde. Denn in meinem inzwischen über zwanzigjährigen Berufsleben als Hörfunkerin habe ich in ganz unterschiedlichen Sendern, Seminaren und Redaktionen immer wieder Dinge erlebt, die ich für bedenklich halte. Beispiele:

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Hören, was man will.
Es könnte so einfach sein!

10 Wünsche einer Podcast/On demand-Radiohörerin.
Worauf Sender bei Audio-Angeboten im Netz achten sollten.

Ich habe noch nie so viel Radio gehört wie heute. Und das ganz ohne Radio. Denn fast alles, was ich höre, höre ich via Smartphone – als Podcast oder Audio on demand. Schließlich ist nichts herrlicher als zu hören, WAS ich will, WANN ich will. Dem Internet sei Dank.

Und doch machen viele Sender es einem verdammt schwer. Und ich rede jetzt nicht mal von versteckten Abonnements und Feeds oder wenig Audio-tauglichen Mediatheken, in denen man Hörbares oft erst gar nicht findet. Vielmehr leidet man selbst dann, wenn man die Podcasts schon als Abonnement bestellt hat oder Audios dank Empfehlungen im Internet gefunden hat. Denn viele der Angebote sind unvollständig und unpraktisch. Viele sind unbequem zu nutzen. Und oft kommt es mir vor, als hätten die, die die Audios einstellen, sie selber noch nie aufgerufen. Ich jedenfalls hätte da einige ganz banale Wünsche und Anregungen: „Hören, was man will.
Es könnte so einfach sein!“
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