Mein erstes Mal… (Teil 3)

RadiomacherInnen und Ihre Anfänge – eine Mutmachserie.
Heute mit
Grün in Lebensmitteln“ (Uniwelle Tübingen, 17.8.2001) von

Porträt-KT-kleinKatharina Thoms hat sich in sieben Jahren Uniradio immer weiter ins Radio verliebt: Ins Aufnehmen, Kleinschneiden und Zusammenbauen. In SWR-Volontariat und als freie Journalistin kam die Liebe zum Bild dazu. Macht heute von allem was: Radio, Online, Filme und TV. Mehr dazu auf www.wort.fm. Auf Twitter als @mediathoms.

Angefangen hat die Liebe zum Radio schon zu Schulzeiten. Außer Höreranrufe bei Fritz (vom rbb) in Potsdam war aber damals noch nüscht.
Richtig los ging’s erst bei der Uniwelle Tübingen. Fast mein komplettes Studium lang habe ich dort nebenbei gearbeitet: moderiert und Beiträge produziert.

Mein allerallererster Radiobeitrag entstand 2001. Das Ergebnis des Einführungskurses bei der Uniwelle. Vorgabe: Macht was zum Thema „Grün“.
Ich hab mich (klar!) für Lebensmittel entschieden. Also für die Farbe Grün in Lebensmitteln…

Wie ich das Thema dann angegangen bin? Keine Ahnung, verdrängt vermutlich. Ich weiß nur: Ich war nicht begeistert…

Was war gut…
Beim ersten Hören nach 14 Jahren dachte ich: Gar nicht soooooo schlecht. Am Anfang.
Denn der Beitrag beginnt mit einem Sound (ich beiße in einen bestimmt hörbar grünen Apfel!). Da hab ich mich fast selbst überrascht. Denn ich mag solche Hinhörer und Soundschnipsel und Atmos nach wie vor sehr gern.
Auch die Spreche geht in Ordnung für einen ersten Beitrag.

…und was hätte ich heute besser gemacht?
Einiges natürlich! Zugegeben: Ein optisches Thema fürs Radio ist natürlich eine große Herausforderung…

Zu theoretisch! Das Thema habe ich doch sehr universitär abgehandelt. Man merkt: Ich hab viel gelesen dazu. Aber ich hab nicht fokussiert. Endlose Infos, zwar strukturiert, aber brav aneinander gereiht: Dadurch wird es schnell langweilig und eintönig.

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Bald museumsreif? Erstlingsmitschnitt von Katharina Thoms.

Praktischer! Besser wäre sicher gewesen: Ich untersuche ein grünes Lebensmittel, eine Sorte grünen Farbstoff (wenn es denn schon das Thema sein muss). Ich gehe in ein Labor, gucke mir im Original an, woraus die Lebensmittelfarbe so gemacht wird; wie sie ins Lebensmittel kommt. oderoderoder

O-Töne! Warum um Himmels Willen habe ich niemanden dazu befragt an der Uni, bei den Chemikern? Mir ein Rätsel.
Immerhin: eine andere Stimme ist zu hören. Ich habe einen Sprecher (also einen anderen Studi) Behördentexte zitieren lassen. Damit da mal ein bisschen Abwechslung reinkommt.

Aber: Das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass einem spätestens nach einer Minute gähnend langweilig wird.

Viel zu lang! Nichts gegen Vierminüter über wissenschaftliche Themen (das hab ich später auch noch getan, und sogar besser! – Aber wenn lang, dann eben doch mit Dramaturgie und Spannungsbogen. Das fehlt dem Beitrag leider ganz.

Das No-Go-Highlight: Ich verfalle leider mehrmals in die Aufzählung von schädlichen E-Nummern. Ich muss hier unwillkürlich Loriot denken – war damals aber leider ernst gemeint.

FAZIT:
Nach wie vor: Ein guter Start in die Radiokarriere finde ich. Warum? Trotz der vielen Selbstkritik hier: Ich weiß ja, wie sehr mir das damals Spaß gemacht hat und dass es mir auch heute noch so geht. Das ist das wichtigste. Neugierig blieben, experimentierfreudig bleiben. Und auch mal auf den Rat der Redakteure hören. Aber bitte nicht immer! Wo bleibt da die Persönlichkeit…!?

In der nächsten Folge „Mein erstes Mal…“:
Die schönschlimmen Anfänge von Thomas Reintjes.
Dann ohne Begeisterung und mit null Emotion.
Demnächst.

Weitere schönschlimme Erstlinge übrigens erwünscht. Hier lang, bitte.
Zu den bisherigen Erstlingen da lang, bitte.

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