Hören, was man will.
Es könnte so einfach sein!

10 Wünsche einer Podcast/On demand-Radiohörerin.
Worauf Sender bei Audio-Angeboten im Netz achten sollten.

Ich habe noch nie so viel Radio gehört wie heute. Und das ganz ohne Radio. Denn fast alles, was ich höre, höre ich via Smartphone – als Podcast oder Audio on demand. Schließlich ist nichts herrlicher als zu hören, WAS ich will, WANN ich will. Dem Internet sei Dank.

Und doch machen viele Sender es einem verdammt schwer. Und ich rede jetzt nicht mal von versteckten Abonnements und Feeds oder wenig Audio-tauglichen Mediatheken, in denen man Hörbares oft erst gar nicht findet. Vielmehr leidet man selbst dann, wenn man die Podcasts schon als Abonnement bestellt hat oder Audios dank Empfehlungen im Internet gefunden hat. Denn viele der Angebote sind unvollständig und unpraktisch. Viele sind unbequem zu nutzen. Und oft kommt es mir vor, als hätten die, die die Audios einstellen, sie selber noch nie aufgerufen. Ich jedenfalls hätte da einige ganz banale Wünsche und Anregungen: „Hören, was man will.
Es könnte so einfach sein!“
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Wie umgehen mit Suizid-Meldungen im Radio?

Kann dieser kurze Satz am Ende einer (Radio)Meldung Leben retten? Vielleicht.

Es ist gar nicht so selten und trotzdem immer wieder dasselbe: Ein Mensch nimmt sich das Leben. Einer, den man kennt. Der prominent ist. Und obwohl in vielen Redaktionen gilt: „Suizide melden wir nicht“. Wird es in diesem Fall dann eben doch gemacht. Ist halt Robin Williams, ein Schauspieler mit Weltruf. Ist halt Gunther Sachs, ein deutscher Promi, den jeder kennt. Ist halt ein Schiedsrichter, dessen Suizidversuch ein Bundesliga-Spiel gekippt hat. „Das muss ins Programm“.

Problem dabei: Berichte über Suizide, können weitere Suizide auslösen. Erst recht, wenn sie unachtsam formuliert sind.

Wichtig deshalb: Die richtigen Worte finden. Fundierte Empfehlungen dafür gibt es en masse. Und ausnahmslos alle Empfehlungen raten dazu, den Suizid nicht als zwingende Folge einer Krankheit oder quasi notwendigen Schritt in einer bestimmten Lebenssituation darzustellen, sondern auf Hilfe, Heilung, Behandlungsmöglichkeiten hinzuweisen.

Doch wie soll das gehen in der Kürze einer Radiomeldung? „Wie umgehen mit Suizid-Meldungen im Radio?“ weiterlesen

Zukunftswerkstatt Radionachrichten: Hauptsache nicht langweilig.

Wo die Zukunft im privaten Radio schon begonnen hat.
Anregungen und Beispiele von Norbert Linke

Nix Neues im Radio? Die Nachrichten wie eh und je? Als Meldungen, mit Leadsätzen und emotionsfrei, strenger Nachrichtensprache?

Bei der Zukunftswerkstatt Radionachrichten in Magdeburg haben RadiomacherInnen versucht, das zu ändern.

Auf Einladung des MDR Sachsen-Anhalt, der ARD.ZDFmedienakademie und der Akademie für politische Bildung Tutzing, haben private und öffentlich-rechtliche Hörfunker ausprobiert, wie Radionachrichten auch klingen könnten.

Schon vor den Workshops gab es dazu Anregungen. Die zeigen:
Die Zukunft hat in Teilen schon begonnen.
Beispiele von Norbert Linke:

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Zukunftswerkstatt Radionachrichten: Möge die Diskussion beginnen.

Zukunftswerkstatt-1

Ab Freitag diskutieren private und öffentlich-rechtliche RadiomacherInnen in Magdeburg über die Zukunft der Radionachrichten. Was könnte, sollte, müsste anders werden? Ich werde die Diskussion und das, was die Macher vor Ort testen und ausprobieren, in diesem Blog und auf Twitter begleiten (#newsneu).

Als Anregung hier schon mal die aktuelle Zusammenfassung der bisherigen Ideenrunde im Netz: „Zukunftswerkstatt Radionachrichten: Möge die Diskussion beginnen.“ weiterlesen

„Radio machen“ ist umgezogen

Deshalb: Bitte E-Mail-Abo neu bestellen und Links ändern.

Bislang war mein Blog ein WordPress-Blog. Gehostet direkt bei wordpress.com. Und wer radio-machen.de aufrief, wurde dorthin umgeleitet.

Genau so war’s anfangs am einfachsten für mich. Doch jetzt will ich mehr. Und deshalb bin ich mit „Radio machen“ umgezogen zu einem deutschen Hoster und in meine eigene Datenbank.

Dennoch ist alles wie immer. Fast.

Denn zwei Dinge konnte ich nicht:  „„Radio machen“ ist umgezogen“ weiterlesen

Silence Radio

Was ein  Film über Radio-Nostalgie mit Zukunft zu tun hat
Ein Gastbeitrag von Katharina Thoms

Da ist das Radio in Deutschland doch gerade 90 Jahre alt geworden. Ein Greisenalter also, in dem man gerne an die Vergangenheit denkt. Und das meist im Ohrensessel – allein. Just da läuft im Wettbewerb für Junges Kino bei DOK Leipzig dieser Film “Silence Radio” über ein Bürgerradio, das alten, einsamen Menschen ein letzter Lebensbegleiter ist – vor ihrem Tod.

 
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Ein Denkmal für Radiomacher

Eine Liebeserklärung ans Radio feiert Premiere auf der Berlinale

La maison de la radio
Frankreich 2013, Regie: Nicolas Philibert


 
Katharina Thoms über einen Film, der Hörfunker verzaubern muss:

„Ein Denkmal für Radiomacher“ weiterlesen

Kurt Felix und das Radio

Kurt Felix war ein Großer im Showbiz. Offenbar immer voller Ideen. Erfinder gleich mehrerer Showkonzepte fürs deutsche und fürs Schweizer Fernsehen.

Mit der heutigen Nachricht von seinem Tod, stirbt auch ein Stück meiner Kindheit. Denn sein „Verstehen Sie Spaß?“ war eine der wenigen Sendungen, die ich schon gucken wollte und durfte, als meine Helden eigentlich noch Hanni und Nanni oder Heidi hießen.

Erst sehr viel später habe ich erfahren, dass Kurt Felix seine Medienkarriere beim Hörfunk begonnen hat.

Und zwar mit Schwierigkeiten, die fast jeder Radioreporter aus der Anfangszeit kennt – wenn auch vielleicht nicht ganz so schön pointiert, wie Kurt Felix Sie an seinem 70sten Frank Elstner erzählt hat: „Kurt Felix und das Radio“ weiterlesen

Wenn Worte töten können…

Die Art, wie wir im Radio über Menschen berichten, die sich umgebracht haben oder umbringen wollten, kann weitere Menschen das Leben kosten.  Wie man es richtig macht, lehrt die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention.

Ich weiß, es fällt uns Radiomachern (und allen anderen Medienschaffenden) schwer: Da versucht am Wochenende ein bekannter Fußball-Schiedsrichter, sich vor einem Spiel das Leben zu nehmen. Das Spiel muss abgesagt werden. Die Geschichte ist in der Welt. Sie hat Folgen für viele andere.  Und auch wenn sonst in vielen Redaktionen die Regel gilt: „Über Suizide und Suizidversuche berichten wir nicht.“  Verschweigen kann man so einen Zwischenfall nur schwer. Aber man kann sich wenigstens bemühen, die richtigen Worte dafür zu finden. Und die sollten in so einem Fall sparsam sein. „Wenn Worte töten können…“ weiterlesen